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Bugenhagen-Symposium
"creatura verbi"? Die Predigt und die Gestalt der Kirche
Zu den großen Entdeckungen der Reformation gehört: Nicht nur der Glauben, sondern auch die Gestalt der Kirche ist durch „das Wort" begründet: Die Kirche ist „creatura verbi", sie wird durch die mündliche Überlieferung - und das heißt nicht zuletzt: durch die Predigt - geprägt, geformt - ja, geleitet.
Die reformatorischen Kirchen haben sich daher, im bewussten Gegensatz zur römischen Kirche, immer als „Kirchen des Wortes" verstanden: Sie haben ihre Kirchengebäude auf die Kanzel zentriert, ihre Theologie
als Basis für das Predigen entworfen und ihre Geistlichen vornehmlich als Prediger ausgebildet. Die führenden Gestalten der evangelischen Kirche, angefangen bei Martin Luther und Johannes Bugenhagen, sind stets auch als Prediger hervorgetreten: Sie haben die Kirche durch das öffentliche Wort provoziert, sie zu Klärungen ermutigt und nicht selten nachhaltig transformiert.
Das Symposium wird dieses Wechselspiel von kirchlicher Predigt einerseits und einer durch die Predigt geprägten Kirche andererseits näher eleuchten, und zwar aus der Perspektive der Predigtforschung sowie der irchentheorie,
dazu aus römisch-katholischem und aus religionssoziologischen Außen-perspektiven. Auch einschlägige homiletisch-ekklesiologische Einsichten aus den USA sowie aus den Niederlanden sollen zu Wort kommen. In einem öffentlichen Abendvortrag wird ein evangelischer Landesbischof seine Erfahrungen mit kirchenleitender Predigt zur Diskussion stellen.
Das Symposium soll auf diese Weise dem Austausch zwischen Predigt- und Kirchentheorie, zwischen unterschiedlichen ökumenischen Kontexten, und nicht zuletzt zwischen kirchenleitender Praxis und theologischer Theorie dienen.
Jan Hermelink
Lehrstuhl für Praktische Theologie, Gerorg-August-Universität, Göttingen
Atelier Sprache e.V.
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